Standpunkte

Liebe Genossen, liebe Genossinnen

Ich grüße euch!

Ihr kennt mich: Ich bin Karin Thissen, verheiratet, 4 erwachsene Kinder, 1 Enkelkind.

Geboren in Neuss, aufgewachsen in Böblingen, Brüssel und Bonn. Seit 32 Jahren lebe ich in SH, seit 30 in IZ.

Von Beruf bin ich amtliche Tierärztin. Ich habe vorwiegend in der LM-Überwachung gearbeitet und davon viele Jahre am Schlachthof. Kurz nachdem ich meinen ersten Arbeitsvertrag als Tierärztin unterschrieb bin ich in die Gewerkschaft eingetreten. Für mich als Arbeitnehmerin eine Selbstverständlichkeit.

Seit 14 Jahren bin ich Mitglied der SPD und habe von Anfang an in der Partei und für die Partei Verantwortung und Pflichten übernommen. Die werde ich jetzt nicht alle aufzählen, nur ein paar Beispiele nennen: Ich war viele Jahre im Itzehoer Ortsvorstand. Das gilt auch für den Steinburger Kreisvorstand, wo ich immer noch als Schriftführerin aktiv bin.  Auch auf Landesebene war ich viele Jahre aktiv: habe z. b. die AG Migration und Vielfalt mitgegründet. Z. Zt. bin ich stellvertretende Vorsitzende in der AG „Gesundheit“.

Mandatsträgerin für die SPD war ich viele Jahre in der Itzehoer Ratsversammlung, bevor ich von Mai 2015 bis Oktober 2017 eure Bundestagsabgeordnete wurde. Seit 2018 bin ich wieder kommunalpolitisch aktiv: als Mitglied der Itzehoer Ratsversammlung sitze ich im Finanzausschuss und als Steinburger Kreistagsabgeordnete im Wirtschaftsausschuss.

Und hier und jetzt stehe ich wieder vor euch und sage: Ich möchte für euch einen Sitz im Deutschen Bundestag!

Ich möchte mein Wissen und meine Sichtweise als Tierärztin, als Frau, als Mutter, als Kommunalpolitikerin in politische Entscheidungsfindungen einbringen.

Wir haben das letzte Jahr alle gemerkt, wie sich die Ausbreitung einer Krankheit auf unser Leben und unsere Gesellschaft auswirken kann. Covid-19 ist eine Zoonose, d. h. eine Krankheit, die von Tieren auf Menschen übertragen wird und sich dann von Mensch zu Mensch weiter verbreitet. Dieser Krankheitseintrag vom Tier zum Menschen trifft auf 60 % aller Infektionskrankheiten zu: z. B. Tollwut, Ebola, Tuberkulose, Beulenpest. Auch AIDS kam aus dem Tierreich.

 Anfang 2000 wurde von der WHO das so genannte One-Health-Konzept entwickelt.  One-Health bedeutet „eine Gesundheit“ und benennt, dass menschliche Gesundheit und tierische Gesundheit untrennbar miteinander verwoben sind. Die WHO ging schon vor 20 Jahren davon aus, dass Zoonosen durch die Ausweitung des globalen Handels und des Reiseverkehrs zu einem weltweiten gesundheitlichen Problem werden. Und der WHO ist bekannt, dass dieses Problem nicht alleine von einem humanmedizinisch geprägten Gesundheitssystem gelöst werden kann, sondern nur durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Human- und Veterinärmedizinern.

Ich möchte, im Bundestag, mein tierärztliches Wissen einbringen, um den One-Health-Ansatz weiter auszuformen und ins politische Bewusstsein zu rücken. Meine politische Arbeit wird von der Überzeugung getragen, dass gesunde Menschen, gesunde Tiere und eine gesunde Umwelt von essentieller Bedeutung sind.

Im Bundestag war ich seinerzeit Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Gesundheit. Es war Karl Lauterbach, der damals in der Fraktion durchgedrückt hat, dass ich in den Gesundheitsausschuss komme. Damals brannte das Thema Antibiotika-Resistenzen auf den Nägeln und Karl versprach sich von einer Tierärztin zielführende Lösungsansätze. Lösungsstrategien konnte ich entwickeln und in einem entsprechenden Antrag, der vom Bundestag angenommen wurde, umsetzen. Seitdem ich nicht mehr im Bundestag bin stagniert das Thema in der Poltik, obwohl das Problem der Antibiotikaresistenzen weiterhin vorhanden ist. Auch dieses Thema möchte ich im Bundestag wieder aufgreifen und ins politische Bewusstsein rücken.

In meinen bisherigen politischen Ämtern habe ich gezeigt, dass man sich auf mich verlassen kann und ich auch dann da bin, wenn es streitbar wird. Das mag nicht jedem gefallen, auch hier im Wahlkreis, ich erachte es aber als eine Notwendigkeit in der politischen Auseinandersetzung. Wir müssen diskutieren, in der Sache streiten und unsere Argumente austauschen.

Ich stehe zu dem was ich sage und ich kämpfe für das, woran ich glaube und wovon ich etwas verstehe. Und meine Fachgebiete sind Gesundheit und Agrarwirtschaft. Als Tierärztin und als ehemaliges Mitglied des Bundestages verfüge ich über berufliche und politische Expertise auf diesen Gebieten.

Und dann gibt es noch einen weiteren Bereich, der mir sehr am Herzen liegt, über den kaum noch geredet wird, obwohl die Thematik nicht vom Tisch ist, das ist das Thema Flüchtlinge.

Neben meiner Arbeit als Landwirtschaftspolitikerin habe ich mich damals im Bundestag in der Projektgruppe „Neues Miteinander“ eingebracht.

Dort habe ich mitgearbeitet an:

  • Konzepten zur Integration von Flüchtlingen
  • Konzepten zu kultureller und religiöser Vielfalt
  • Grundlagen für das Einwanderungsgesetz

Das Thema Landwirtschaft spielt, wenn es um Fluchtursachen geht, eine wichtige Rolle:

Wir importieren Rohstoffe zur Herstellung hochwertiger Produkte – und beuten damit natürliche Ressourcen aus.

Wir importieren exotische Früchte – und bedenken nur selten die Arbeitsbedingungen auf den Feldern.

Wir exportieren Hähnchenteile, Elektroschrott und Waffen – spätestens hier sehen wir, dass unser Handeln dazu führen kann, dass Menschen aus anderen Weltregionen zu uns kommen… kommen wollen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben… kommen müssen, weil in ihrer Heimat leben nicht mehr möglich ist.

Sich nur das Beste rauspicken und ohne Rücksicht auf Konsequenzen für sich und andere zu leben, das funktioniert nicht.

Das sehe ich auch als zentrale Aufgabe der Politik:

  • Aufklären, dass alle Bürgerinnen und Bürger für sich informierte Kauf-Entscheidungen treffen können.
  • Gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen:
    • für den Handel,
    • für die Industrie,
    • für den Klimaschutz.

Denn am Ende des Tages ist auch das ein Beitrag zum Frieden in der Welt.

Neben unseren Grundwerten, für die es zu streiten gilt, bekommt ein jeder Parlamentarier ein Fachthema zugewiesen, in dem er gestalten muss und konkrete Ergebnisse gefordert sind, die die Menschen erreichen auf welche Art auch immer. Unabhängig von meinem Fachthema bin ich als Bundestagsabgeordnete auch dafür zuständig, die Interessen meines Wahlkreises mit seinen 178 Gemeinden in Berlin zu vertreten. Und da kann ich klar Position beziehen, welche Themen auf den Nägeln brennen:

  • Der Weiterbau der A 20 mit westlicher Elbquerung.
  • Das Industriegebiet Brunsbüttel: ich habe damals dafür gesorgt, dass die Bahnverbindung Wilster-Brunsbüttel in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplan kommt. Sie ist in dieser Legislatur wieder nach hinten geschoben worden. Ich will sie wieder in den vordringlichen Bedarf bekommen. Nur dann besteht eine Chance, dass sie gebaut wird.
  • Ich unterstütze, dass SH Energieland wird, grundsätzlich, aber auch weil „mein“ Industriegebiet davon profitieren würde. Im Klartext: Die Wasserstoffproduktion voranbringen und die Windenergiegewinnung.
  • Dann möchte ich unbedingt dafür werben, dass SH Gesundheitsland wird. Wir haben die besten Voraussetzungen dafür, mit dem Tourismus und den Kurkliniken in Bad Bramstedt. Und zu einem Gesundheitsland gehört natürlich auch eine flächendeckende ärztliche Versorgung auf dem Land, für die ich mich schon immer engagiert habe.

Ich will im Bundestag Verantwortung übernehmen, für Menschen, die ich kenne und für Menschen, die ich nicht kenne. Allem voran in gesundheitspolitischen Fragen, denn als Tierärztin habe ich gelernt und bei der Arbeit gesehen, was läuft und was nicht läuft. Ich weiß, was die Menschen in unserem Land umtreibt und ich weiß, wo es anzupacken gilt.

Kurzum: Um die Sozialdemokratie und die Westküste Schleswig-Holstein sichtbar zu machen, will ich in Berlin meine starke norddeutsche Stimme erheben.

  • Das traue ich mir zu!
  • das möchte ich für Euch leisten!
  • Dafür brauche ich eure Stimme!

Ich danke euch für’s Zuhören