Lieblingsort


Am 2.September veröffentlichte die Norddeutsche Rundschau in ihrer Ausgabe ein von Sönke Rother an einem ihrer Lieblingsorte verfasstes Porträt unserer Kandidatin zur Bundestagswahl Karin Thissen. In dem schönen Beitrag heißt es:

„Als Treffpunkt hat Karin Thissen die Küche der Meierei Horst gewählt. Das liegt nah: Lebensmittel sind das Thema, bei dem die Sozialdemokratin in ihrem Element ist. Als promovierte Tierärztin ist Thissen in der Lebensmittelüberwachung tätig, seit ihrem Ausscheiden aus  dem Bundestag vor vier Jahren. Jetzt will Thissen zurück: in ihre Heimat Itzehoe und in den Bundestag. „Es war damals ein Schock. Über Nacht waren meine Mitarbeiter und ich arbeitslos“, erinnert sich die 61-Jährige. Bis morgens um 3 Uhr stand nicht fest, ob sie ihr Mandat behält. „Es ging damals um Stimmen im unteren dreistelligen Bereich.

Rückblickend stellt sie fest: „Die politische Arbeit fehlt mir sehr.“ Karin Thissen hat sich in ihrer Zeit als Bundestagsabgeordnete um den Bereich Landwirtschaft und Gesundheitspolitik gekümmert – bei der SPD „nicht unbedingt umkämpft“, wie sie selbst sagt. Aber der Bereich, bei dem sie ihr Fachwissen einbringen kann. Ob es um Lebensmittelhygiene oder Massentierhaltung geht – Karin Thissen weiß, wovon sie spricht. Noch heute wird sie manchmal mit ihrem eigenen Wirken konfrontiert. In der Lebensmittelüberwachung erhalte sie heute noch politische Hinweise, die sie selbst mit auf den Weg gebracht hat. Als sie als Veterinärin Schlachthöfe besucht hat, konnte sie noch direkter in die Produktionskette eingreifen, wenn etwas nicht stimmte. „Ich habe dann einfach das Band angehalten.“

Lebensmittel und das Essen habe auch in der Familie immer einen großen Stellenwert. Früher gab es bei ihrer französischen Mutter täglich frische Mahlzeiten. „Und wenn ich wusste, dass es einmal knapp wird, gab es etwaseinfaches wie Spaghetti mit Tomatensauce oder es wurde vorgekocht.“ Auch heute noch kocht Karin Thissen frisch, selbst wenn es nur für sie selbst ist. Dann stehen auch schon mal Blumen und Kerzen auf dem Tisch.

Und es gibt noch mehr Parallelen zwischen politischer Arbeit und Familie, besonders der Kindererziehung. Man muss Entscheidungen treffen –„auch, wenn sie vielleicht auf den ersten Blick unpopulär scheinen mögen.“ Oft könne man erst hinterher sagen, ob eine Entscheidung richtig
gewesen sei. So wie bei der Koalitionsentscheidung vor vier Jahren. Damals hätten viele gefordert, dass die SPD in die Opposition statt in die Groko hätte gehen müssen. „Heute bin ich überzeugt, dass es für das Land ohne die SPD deutlich schlechter gewesen wäre.“ Obwohl die Groko
immer nur eine Notlösung sein könne.

Für den Wahlausgang mag Karin Thissen nicht spekulieren. Nur so viel: „Olaf Scholz wird Bundeskanzler“, davon ist die Sozialdemokratin überzeugt. Mit welchen Koalitionspartnern, dass sei noch recht offen. „Da ist vieles möglich, auch eine Ampel beispielsweise.“ Vor allem aber wünscht sich Karin Thissen, dann wieder mit an Bord zu sein. In ihrem Wahlkreis sieht sie viele Baustellen, denen sie sich in Berlin widmen möchte – angefangen vom Weiterbau der A 20 über den besseren Anschluss des Industriegebiets Brunsbüttel bis zur Energiegewinnung vor Ort. Sie hat aber auch den Bereich Gesundheit im Auge. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir Schleswig-Holstein und gerade die Westküste zum Gesundheitsland entwickeln können. Wir haben das Potenzial mit vielen Kurorten, gesunder, salziger Luft und dem Meer.“

Karin Thissen möchte nach Berlin, um für ihre Heimat zu wirken. Auch für die Meierei Horst, die gesunde Lebensmittel nach alter Tradition herstellt und als Genossenschaftsmodell betrieben wird. Welchen besseren Treffpunkt hätte sich eine Sozialdemokratin aussuchen können?“